Ср. Вер 28th, 2022

Ukrainekrise: Eduard Polishchuk ist nach der russischen Invasion mit seiner Familie aus der Ukraine geflohen.
In Augsburg hilft ihm nun der ebenfalls blinde Spätaussiedler Eugen Potudinski, sich zurechtzufinden.
Eduard Polishuck und Eugen Potudinski beweisen jeden Tag aufs Neue, dass Sympathie und Freundschaft schwerer wiegen als Herkunft und Staatsangehörigkeit.
Der 34-jährige Polishchuk ist mit seiner Familie aus dem ukrainischen Stryi nahe der polnischen Grenze geflohen, „als die Raketen über der Stadt geflogen sind“.
Hier in Augsburg hat er in dem russischstämmigen Spätaussiedler Potudinski einen Menschen gefunden, der ihm das Zurechtfinden in der Fremde erleichtert.
Der 37-jährige, der fließend Russisch und Deutsch spricht, fungiert für seinen neuen Freund als Dolmetscher. Die beiden Männer haben neben der russischen Sprache noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind blind.
Polishchuk und seine ebenfalls blinde Frau Maria sind als Neuankömmlinge gleich zwei Handicaps ausgesetzt, weil ihnen neben dem Augenlicht die Sprachkenntnisse fehlen. Wie sie zusammen mit ihren beiden sehenden Mädchen Angelina, 5, und Valeria, zehn Monate, mit einem privaten Helfer
die Flucht bewältigt haben, wollen sie nicht vertiefen. Der Familienvater wäre wohl in der Ukraine geblieben, habe sich aber wegen der Familie zu dem Schritt entschlossen. „Wie Sie sehen, sind wir jetzt
da“, sagt er. „Da“ ist seit ein paar Wochen das betreute Wohnen im Otto-Riss-Haus des Vereins Blindenheim Augsburg. Dort konnten die Geflüchteten zwei gegenüberliegende Zimmer beziehen. Den Platz benötigen die vier dringend, denn zu der Familie gehört noch der Blindenführhund Lord. Dessen Beschützerinstinkt habe sich in den vergangenen Wochen noch stärker ausgeprägt, sagt sein Besitzer. Wie gut, dass Eugen Potudinski im Umgang mit dem Deutschen Schäferhund viel Geschick an den Tag legt.
Gleichzeitig profitiert auch der Augsburger von seinem ukrainischen Freund, der in der Heimat anderen Sehbehinderten das Handling von Sprach- und Gestensteuerungssystemen bei Smartphones und Tablets
näherbringt. „Jetzt weiß ich endlich, dass mein Handy mehr kann als telefonieren“, freut sich Potudinski. Gerner würde Eduard Polishchuk hierzulande auch andere Blinde mit Assistenzsystemen vertraut machen.
Dafür muss er aber Deutsch lernen. Das sei, wie er erläutert, wegen seines Handicaps aber nicht in einem normalen Kirs möglich, sondern nur im Selbststudium. Dafür könnte der  34-jährige Familienvater gut ein gebrauchtes Laptop oder ein Tablet gebrauchen. Wer ein entsprechendes
Gerät spenden möchte, kann sich mit dem Leiter des Otto-Riss-Hauses Manuel Dembelein unter der Telefonnummer 0821/4553390 oder der Email lbw@blindenheim-augsburg.de in Verbindung setzen. Dieser bittet im Übrigen, von weiteren Sachspenden für die Familie abzusehen. Die Polishchuks seien sehr dankbar über das bisher abgegebene. Würden allerdings noch mehr Dinge für sie und die Mädchen zusammenkommen, würde es für die beiden Erblindeten in ihren Zimmern etwas „unübersichtlich“.
Laut Dembelein kommt derzeit der Verein Blindenheim Augsburg e.V. für die Unterbringung der Familie auf. „Wir gehen da massiv in Vorleistung, ohne zu wissen, wie sich das Geldproblem lösen lässt.“ Doch der soziale Gedanke und der Wunsch, der Familie zu helfen seien wichtiger als das Finanzierungsproblem. Der Hausleiter weiß, dass zahlreiche sehbehinderte Menschen aus der Ukraine in Deutschland Zuflucht gefunden haben – etwa im Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern in Unterschleißheim.
Weil dort alle Kapazitäten erschöpft und in seinem Jaus am Gänsbühl zwei Zimmer frei gewesen seien, habe man die Polishchuks gerne in der Jakobervorstadt willkommen geheißen. Dembelein empfindet die junge ukrainische Familie als Bereicherung für das Otto-Riss-Haus.
Insbesondere die fünfjährige Angelina habe die Herzen der überwiegend älteren Bewohnerinnen und Bewohner im Nu erobert. „Die sind begeistert, dass sich was rührt.“
Mit freundlichen Grüßen Manuel Dembelein Leitung Betreutes Wohnen Manuel Dembelein Blindenheim Augsburg e. V.
Otto-Riss-Haus Betreutes Wohnen Gänsbühl 11 86152 Augsburg Tel.: 0821 – 45 53 39-0 Fax: 0821 – 45 53 39-99
Email: lbw@blindenheim-augsburg.de
Träger: Verein Blindenheim Augsburg e. V. * Gänsbühl 11 * 86152 Augsburg
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